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	<title>symbolonline.eu - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://symbolonline.eu/index.php?title=Jupiter&amp;diff=958</id>
		<title>Jupiter</title>
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		<updated>2011-11-09T19:14:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;62.158.140.157: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Keyword:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Jupiter  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Links:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;   &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Definition:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; 1. Planet, imposante Gasgemisch-Hülle mit wirbelnder Oberfläche, hohe Eigenrotation, Sonnenumlaufdauer …“&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Keyword:&#039;&#039;&#039; Jupiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Links:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Definition:&#039;&#039;&#039; 1. Planet, imposante Gasgemisch-Hülle mit wirbelnder Oberfläche, hohe Eigenrotation, Sonnenumlaufdauer ca 12 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Höchste römische Gottheit indogermanischen Ursprungs (gr. Zeus), Lichtgott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Information:&#039;&#039;&#039; Die Römer verehrten ihn als den Allgütigen und Allmächtigen, donnergewaltigen Schutzgott Roms und des Römerreichs. Im griech. Mythos entgeht er nur durch mütterliche List der drohenden Vernichtung durch den &amp;quot;furchtbaren Vater &amp;quot; (Kronos/Saturn), der bereits alle Geschwister verschlungen hat. Geburt und Aufwachsen tragen alle typischen Merkmale des Helden und Heilbringers (Weissagung, bedrohte Kindheit, Hilfe durch höhere Mächte, Heranwachsen im Verborgenen). Wiederum mit Hilfe weiblicher Klugheit (Brechtrunk der Metis) erreicht er später die Befreiung seiner Geschwister, gewinnt den Kampf gegen die Titanen (Erdgottheiten) und den Vater durch Befreiung der von diesem in die Unterwelt verbannten chthonischen Kräfte, die ihm fortan in Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft verpflichtet sind. Im nachfolgenden Zweikampf mit Typhon, seinem chthonischen Schattenbruder, unterliegt er zunächst im Ringkampf und siegt erst nach schwerem Kampf unter Einsatz seiner fern treffenden Blitze. Typhon behält jedoch die Macht über die Stürme und den Ätna, unter dem ihn Zeus begräbt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Jupiter zwar der Mächtigste unter den olympischen Göttern, aber doch begrenzt, zumal er auch die Herrschaft über Meer und Unterwelt an seine Brüder Poseidon (röm. Neptun) und Hades (röm. Pluto) abgegeben hat. Dieses Teilen von Herrschaft, das Vertrauen in Gemeinschaftlichkeit erfordert, ist das mythologisch und bewusstseinsgeschichtlich Neue gegenüber der Autokratie seines Vaters Kronos /Saturn. Jupiter/Zeus ist der Protagonist eines neuen Bewusstseins, das sich aus den Zwängen des magischen Weltbildes gelöst hat. Wie im sich konstituierenden griechischen Staat gibt es eine Ausrichtung auf die &amp;quot;wahre Ordnung&amp;quot;, in der Freiheit, gegenseitiges Vertrauen und Toleranz herrschen soll. Mit Zeus/Jupiter erscheint in der Mythologie der gute, herausführende Vaterarchetypus, der &amp;quot;Vater der Götter und Menschen &amp;quot;. Er ist der &amp;quot;Allwaltende&amp;quot;, &amp;quot;Weitschauende&amp;quot;, der &amp;quot;König&amp;quot;, der Ordnung und Vollendung Schenkende und Sinnerfüllende (Hesiod), und es tat seiner Würde keinen Abbruch sondern ist ein Zeichen der Reife, dass er die weiblich-voranfängliche Stimme des Orakels schätzte. Glanzvoll und Ehrfurcht gebietend in der Erscheinung, weise im Richterspruch, im Zorn fürchterlich, donnernd und blitzeschleudernd, hierin den germanischen Göttern Wotan und Donar verwandt, ferne Anklänge an frühere Wettergötter (z. B. Jupiter Dolichenus, in Süddeutschland von römischen Soldaten verehrt). Seine zahllosen Liebschaften zeigen ihn als denjenigen, der sich erlaubt, die eigenen Ordnungen bisweilen zu überschreiten, ein Recht, das nur ihm zusteht (&amp;quot;Quod licet Jovi non licet bovi&amp;quot; - was Jupiter erlaubt ist, steht dem Ochsen nicht zu).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Interpretation:&#039;&#039;&#039; Jupiter Symboltiere sind der weiße Stier (in dessen Gestalt er Europa entführte), der Adler, (der Ganymed entführt), das Pferd. Seine astrologischen Zeichen sind Fische und Schütze, weshalb auch der Kentaur auf ihn verweist. Das Element ist Zinn. Jupiter ist ein Archetypus der Öffnung und Befreiung, der Vision, der Horizonterweiterung, der Seins-, Sinnes- und Sinnfülle, der reichen Entfaltungsmöglichkeiten, der Bildung, des Wachstums und Reichtums an sich. In der heutigen Alltagswelt zeigt er sich zwar nicht mehr in der Rolle des Barockfürsten, aber man erkennt ihn z. B. wieder in der Neigung zum &amp;quot;Großen&amp;quot;, Großartigen, in Prachtbauten, im Kunstsammler und Mäzen, in der &amp;quot;jovialen&amp;quot; Präsentation, defizient in wohl- und hohltönenden Versprechungen von Politikern, im Trend, jedes Verkaufskonzept als &amp;quot;Philosophie&amp;quot; zu bezeichnen, in der Vorliebe fürs Prächtige (metallic-glänzende Autokarossen), in grandiosen Gesten, Inszenierungen und Seelenzuständen. Doch auch der Philosoph und der unerschrockene Kämpfer und Prediger eines neuen Weltethos oder des Friedens gehört zu den Symbolträgern. Der Schatten des Jupiter zeigt sich in überheblichen Einstellungen, in Inflation und Selbst überschätzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psychologisch und astrologisch gesehen entspricht dem Jupiter die Fähigkeit, größere Zusammenhänge zu erkennen, den Dingen und Ereignissen Sinn und Bedeutung zu geben, philosophisch und weiträumig zu denken. Durch Jupiter erfahren wir Reichhaltigkeit und sinnvolle Ordnung des Kosmos (die 12 Jahre der Sonnenumrundung!), sein Blick entzündet das geistige Feuer in Richtung auf Wertvorstellungen, Sinn, Ziel und Einordnung in ein größeres Ganzes, in dessen Licht das Diesseits als Sinn erfüllend erscheint und optimistisch stimmt, und darüber hinausführend, in offene Weite weltanschaulicher Dimensionen führt. Der Archetypus, der hinter Jupiter steht, öffnet uns für eine positive Lebenseinstellung, soziales Empfinden und Liebe zu allem Kreatürlichen. In seiner reifen Ausprägung verleiht uns der &amp;quot;gute Vater &amp;quot; eine selbstständige ethische Einstellung, natürlichen Gerechtigkeitssinn und selbstverständliche Autorität und Würde. Die Position im Horoskop zeigt Aufgabe und Wirkungsfeld der späteren Lebensjahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Autor:&#039;&#039;&#039; Romanikwiecz, Brigitte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039; Standard&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>62.158.140.157</name></author>
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		<title>Jungfräulichkeit</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;62.158.140.157: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Keyword:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Jungfräulichkeit  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Links:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Jungfrau  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Definition:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; -  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Information:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Jungfräulichkeit im Sinne sexueller Enthaltsamkeit gilt scho…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Keyword:&#039;&#039;&#039; Jungfräulichkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Links:&#039;&#039;&#039; [[Jungfrau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Definition:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Information:&#039;&#039;&#039; Jungfräulichkeit im Sinne sexueller Enthaltsamkeit gilt schon in vorbiblischen Religionen und in anderen Kulturkreisen als Voraussetzung echter Gottesbegegnung und Vereinigung mit Gott in der Erleuchtung. Der geistige Hintergrund bezieht sich jedoch weniger auf den Bereich des Körperlichen, sondern meint ein geistiges Frei- und Unberührtsein von emotional-komplexhafter Ich-Gebundenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Interpretation:&#039;&#039;&#039; Ein häufig gebrauchtes Symbol in buddhistischer Tradition ist der Spiegel, der durch nichts, was sich in ihm zeigt, in seiner Klarheit verletzt oder auch nur getrübt wird. Kein noch so dramatisches Geschehen, bleibt an seiner reinen Oberfläche haften. Der Spiegel ist auch ein Symbol der Jungfrau Maria (vgl. Lauret. Litanei). In ähnlicher Weise ist das Glas symbolhaft für die Jungfräulichkeit, denn auch dieses bleibt - ungeachtet dessen, was man dadurch sieht, von dem Gesehenen unberührt. Jungfräulichkeit kann ein Bild für die Fähigkeit zu unverstellter Wahrnehmung sein, für Freiheit von konzeptuellen Vorstellungen und Begriffen. Als geistige Haltung (auch in der Mystik, vgl. Meister Eckhardts &amp;quot;Bürglein-Predigt&amp;quot;) entspricht der Jungfräulichkeit eine Haltung der Unvoreingenommenheit, Vorurteilslosigkeit und Offenheit. Sie ist nicht Ich-identifiziert, sondern stellt das Ich in den Dienst des tragenden Grundes und Ziels, des Selbst, was sich auch in der unabgelenkten, achtsamen Hinwendung zu einer Sache oder Notwendigkeit zeigt.&amp;quot;Unbeflecktheit&amp;quot; meint ebenfalls nicht Vermeidung des Anstößigen zu perfekter Wohlanständigkeit, sondern Freiheit von Anhaftungen an Konditionierungen, Gewohnheits- und Gefühlsmustern, sowie der Trübung des Geistes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der jungfräulichen Mutter gehört zum Mythos vieler Heilbringer, Helden, Propheten und Herrscher (Buddha, Christus, Lao-Tse, Alexander der Große, Augustus u. a.). Damit wird auf die herausragende, überpersönliche Mission verwiesen, das Freisein von persönlichen erblichen Einschränkungen (&amp;quot;Erbsünde&amp;quot;). Träger oder Vermittler des jungfräulich-zeugenden Geistes können Wind, Mond, Wolke, Taube, Schlange, Goldregen, Früchte u. a. sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die schöpferischen Vorgänge im Unbewussten bedeutet jungfräuliche Empfängnis und Geburt durch eine Jungfrau (s. d.) das Entstehen eines originären, neuen Gestaltimpulses, der im Bewusstsein aufkeimt. Hier ist die jungfräuliche Mutter ein Bild für die Erfahrung, dass das Schöpferische (= Kind) unmittelbar geistiger Herkunft ist und ohne Umweg über lange physische Evolutionsreihen spontan in der Psyche des Menschen aufblühen kann. Die jungfräuliche Mutter ist eine Bildvariation der Sapientia Dei, der Anima mundi und Weltseele, die durch die Anima des Menschen hindurch als &amp;quot;göttlicher Funke&amp;quot; aufsteigen kann bzw. dem Aufleuchten dient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungfräulichkeit ist eine archetypische Erfahrung, die sich auf vielerlei Erlebnisebenen zeigt. Wir reden vom &amp;quot;jungfräulichen Morgen &amp;quot;, vom &amp;quot;jungfräulichen Strand&amp;quot;, um den unverbrauchten, frischen Reiz einer Fülle von Möglichkeiten zu beschreiben. Wo Jungfräulichkeit im physischen Sinn inzwischen geringen Stellenwert hat, bleibt dennoch die Faszination knospenhafter Schönheit und Makellosigkeit. Lat. virga, der virgo verwandt, ist die biegsam-frische Rute, die &amp;quot;Gertenschlanke&amp;quot;, ebenfalls ein Symbol der Jungfrau. Jung-Frauen heute wünschen sich meist knabenhafte Körper (die androgyne Grundkomponente der Jungfräulichkeit). Aidos, in der Antike noch eine Personifikation des Scheuen, Schüchternen und Unschuldigen, verbirgt sich unter modischer Forderung in der Umkehrung in ihr Gegenteil, in zur Schau gestellter Forschheit und Künstlichkeit, sowie dem Spiel mit dem archetypischen Jungfrau -Paradox von Hure und Heiliger (virtuos darin: Popstar Madonna). Wesentliche Bestimmungsprinzipien des Jungfräulichen in der konkreten Lebenswelt finden sich in der Hyperkultur der Körpergestaltung, des Hygiene-, Gesundheits- und Jugendfetischismus, der Magersucht. Auch der Wunsch, es möge alles immer &amp;quot;wie neu&amp;quot; aussehen, ohne Gebrauchs- und Alterungsspuren gehört hierher, das Ungeschehen-Machen-Wollen, die Faszination durchs Perfekte. In übersteigerter Bakterienfurcht, Vegetarismus, aseptischer Architektur, Reduktionismen, sterilen Techniken und Logistiken, die keine Falten und Fehler zulassen, im Faible für synthetische Welten, für das Körperlose und Virtuelle (dieselbe etym. Wurzel wie lat. virgo = Jungfrau !), im hängen bleiben in der Möglichkeit (&amp;quot;puella aeterna&amp;quot;) und Single-Existenz zeigt sich die Sehnsucht nach Unkompliziertheit, Klarheit und Reinheit des Seins, die jedoch unvermeidlich die Schatten der Intoleranz gegenüber &amp;quot;Allzumenschlichem&amp;quot;, Ausgrenzung des Unangenehmen, Schwierigen, Unangepassten heraufbeschwören, solange die Blindheit gegenüber der symbolischen Bedeutung von Jungfräulichkeit. besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Autor:&#039;&#039;&#039; Romanikwiecz, Brigitte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039; Standard&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>62.158.140.157</name></author>
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		<title>Jungfrau</title>
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		<updated>2011-11-09T19:12:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;62.158.140.157: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Keyword:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Jungfrau  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Links:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Jungfräulichkeit  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Definition:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Jungfrau, lat. virgo, ist, als femininum zu vir (= Mann, der Kräftige, sich auf et…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Keyword:&#039;&#039;&#039; Jungfrau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Links:&#039;&#039;&#039; [[Jungfräulichkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Definition:&#039;&#039;&#039; Jungfrau, lat. virgo, ist, als femininum zu vir (= Mann, der Kräftige, sich auf etwas zu Bewegende), &amp;quot;die kräftig und geradlinig etwas Verfolgende&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Information:&#039;&#039;&#039; Keine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Interpretation:&#039;&#039;&#039; Wo sie in Märchen, Mythos und Sage auftritt (oder auch in romantischer Dichtkunst) ist sie Symbol unverbrauchter Lebenskraft und von Konventionen nicht entstellter Unmittelbarkeit. Sie steht für Lauterkeit des Herzens, des unüberformten, natürlichen Wesens (psychol. für die Unabhängigkeit sowohl vom Diktat &amp;quot;niederer&amp;quot; Triebkomplexe als auch des Über-Ich). Sie ist die schwer zu erringende heilkräftige Kostbarkeit oder deren Bewahrerin, ist auch mutige Retterin und Führerin aus tiefer Not (Jungfrau v. Orléans, Dantes Beatrice). Als Sakraltypus trägt sie Aspekte der voranfänglichen Großen Göttin, die weibl. und männl. Potenz in sich vereint, aus sich selbst zeugt und in sich entfaltet (&amp;quot;parthenogenetisch&amp;quot; - von gr. parthenos = Jungfrau, Blüte und Frucht), und ohne gleichrangigen männlichen Gegenpart auskommt, bzw. mit ihm identisch ist (alch. Hermaphroditus). In der Antike Artemis als freie Jägerin, aber auch die Schwarze, alles enthaltende Jungfrau (z. B. in Ephesus); Aphrodite, die ihre physische Jungfräulichkeit jeweils durch ein Bad erneuert. Durch Athene (röm. Minerva) tritt Klugheit, Erfindergeist hinzu, eine spezifische Mischung aus Intuition und Realismus. Auch ist Aidos zu erwähnen, die &amp;quot;heilige Scheu&amp;quot;, die im barbarischen &amp;quot;eisernen Weltalter&amp;quot; himmelwärts flieht und zum Sternbild Jungfrau wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungfrauen sind Priesterinnen und Tempelprostituierte, jungfräuliche Keuschheit macht sich nicht am Detail der &amp;quot;virgo intacta&amp;quot; im anatomischen Sinn fest, sondern meint Bezogenheit auf das innerste Wesen und Dienst am Sein. Auch in der christlichen Symbolik steht die Jungfrau für eine Haltung der geistigen Demut und Einfachheit (= &amp;quot;Reinheit&amp;quot;), der Unbestechlichkeit und Nicht-Verwicklung in irdische Begierden und Verwirrung (2. Kor. 11, 2; Off. 14, 4). Die Jungfrau Maria verkörpert diese Haltung in besonderer Weise. Ihre Verehrung trägt deutliche Züge der Erlösungssymbolik orientalischer Jungfrau-Gottheiten, z. B. Isis oder der Aphrodite Panhagia von Zypern, besonders in der Überhöhung der Maria im Mittelalter. Die unberührte Jungfrau (&amp;quot;undurchbohrte Perle&amp;quot;) ist ein zentrales Motiv vieler orientalischer Märchen. Die Troubadourzeit überträgt im Minnesang diese Projektion auf die &amp;quot;Hohe Frouwe&amp;quot;, die sich durch freien Sinn und Herzensadel auszeichnet. Motivisch wird Unberührbarkeit häufig symbolisiert durch Burgfräulein oder die Jungfrau im Turm (Rapunzel), aber auch den um- oder verschlossenen Garten (hortus conclusus), in den das Einhorn flüchtet. Weitere Symbole finden sich in den Titeln der Maria in der Lauretanischen Litanei (Jung, GW 6, § 379).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In gnostisch-alchemistischer Sicht ist die &amp;quot;virgo&amp;quot; Hüterin des in der Materie verborgenen Lichts. Sie vertritt die Materie und ihre göttliche Abkunft, ist sowohl Natur, prima materia (also &amp;quot;Rohzustand&amp;quot;, Personifikation des Unbewussten), Mittlerin und Wandlerin (mediatrix) und höchste Veredelung zur Wahrheit selbst, Transparenz (Glas als Symbol) &amp;quot;aqua permanens&amp;quot; oder den lapis, die höchste Weisheit. Als anima mundi, Weltseele oder Sapientia Dei repräsentiert sie den belebenden geistigen Hauch, ist Trägerin und Verwirklicherin (&amp;quot;Werkmeisterin&amp;quot;) der göttlichen Urbilder selbst, Vermittlerin und &amp;quot;Tor&amp;quot; zwischen höchsten Ideen und Manifestation. Als Mediatrix wiederum verweist sie auf den alchemistischen Mercurius, mit dem sie in ihrem androgynen Aspekt identisch ist (vgl. Jung, GW 12).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mystischer Sicht verschmilzt sie als Repräsentantin des Logos mit Christus. Ikonographisch nimmt die Thronende Jungfrau seit dem 5. Jh. häufig die Stelle Christi ein. Christus selbst ist nach kath. Auffassung &amp;quot;virgo de virgine&amp;quot; (= Jungfrau von der Jungfrau. geboren).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Naturvölkern und im Volksglauben sind Jungfrauen zum Gelingen vieler Rituale nötig, sei es Saat oder Ernte, Neubeginn oder Beschwichtigung der Numina nach Regelverstößen. Auch hier wird die Jungfrau als Logos -Archetypus der Ordnung, Neuordnung und Befreiung dadurch deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In psychoanalytischer Sicht entspricht der Jungfrau die Anima, die als imaginations- und projektionsbildender Faktor des Unbewussten Wirklichkeit erschafft, und die Beziehung zur Materie, zur &amp;quot;Dingwelt&amp;quot; bildet (Jung. GW 9/I § 114 ff). Insofern sie verwandt ist mit Merkur, hat sie Vermittlungsfunktion (mediatrix!) zwischen den vier Grundfunktionen (Intuition, Empfindung, Fühlen und Denken) und ist Wegleiterin (&amp;quot;Hodigetria&amp;quot;) im schwierigen Prozess der präzisen Wahrnehmung und Unterscheidung gemäß der alchemistischen Weisheit &amp;quot;solve et coagula&amp;quot; (=trenne und verdichte). Weitere Funktionen des Jungfrau-Symbols ergeben sich aus ihrer Bedeutung im astrologischen Gefüge, weitere lebensweltliche Bezüge unter &amp;quot;Jungfräulichkeit&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jungfrau in der Astrologie ist das 6. Zeichen des Tierkreises und hat die Aufgabe der Wesenserkenntnis, schöpferischen Gestaltung und Einordnung oder Anpassung der dynamischen Entladungen des Löwe -Zeichens. Sie ist seit dem Mittelalter häufig geflügelt, auf der Erde stehend, drei Ähren in der Hand dargestellt. Intuition muss mit der Realitäts- oder Empfindungsfunktion verbunden werden, um fruchtbar und konkret zu werden.&amp;quot;Himmlisches&amp;quot; Ideal braucht Vergegenwärtigung im Da-Sein, Gestaltung in der Realität. Grundprinzip ist Unterscheidung des Absoluten vom Relativen und Machbaren. Einfälle aus der archetypischen Sphäre brauchen präzise Wahrnehmung, Reflexion und den fein abgestimmten Rahmen der Konkretion im Menschenmaß. Seelisches Bedürfnis ist Erkenntnis des Wesentlichen und Wesensgemäßen, des Sinnes von Arbeit und Dienen am unmittelbar Gegenwärtigen. Das Faktische, seine Interpretation und die Art und Weise des Umgangs mit dem Gegebenen wecken schöpferische Gestaltungsmöglichkeiten. Materie wird als Trägerin des Geistes erkannt, als Aspekt des Selbst, das Ich muss sich in dessen Dienst stellen. Im Zeichen Jungfrau findet sich die Fähigkeit, mit Mängeln und Niederlagen umzugehen, sie kritisch zu analysieren, wesensgemäß zu korrigieren. Es geht um Aus- und Umwertung, Sorgfalt und Achtsamkeit, Kultur des scheinbar Banalen, Verankerung des Geistigen in der Realität, Gestaltung des gegenwärtigen Augenblicks, Alltagskultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schatten des Jungfrau-Archetypus liegt in Unzufriedenheit mit dem Gegebenen, Detailverlorenheit, Pedanterie, Kleben am Gewohnten und an Formalismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Autor:&#039;&#039;&#039; Romanikwiecz, Brigitte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Literatur:&#039;&#039;&#039; Standard&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>62.158.140.157</name></author>
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